Du würdest dich gerne selbstständig machen, etwas Eigenes aufbauen, nicht mehr von einer einzigen Einkommensquelle abhängig sein. Und dann kommt immer wieder dieselbe Frage: Womit eigentlich? Wenn du nach „selbstständig machen ohne Idee“ suchst, landest du schnell bei Listen mit 50 oder 100 Geschäftsideen, und am Ende bist du oft verwirrter als vorher, weil keine davon nach dir klingt. Diesen Drang, etwas Eigenes zu wollen, kenne ich seit vielen Jahren, und ich habe lange überlegt, womit ich mich selbstständig machen könnte. Rückblickend fehlte mir aber gar nicht die Idee. Ich hatte eher zu viele einzelne Ideen, die ich für meine Unternehmensgründung berücksichtigen wollte. Puzzleteile: meine Berufserfahrung als Scrum Master und Agile Coach, Weiterbildungen in Yoga, Embodiment und Positiver Psychologie, meine Liebe zu ätherischen Ölen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Puzzleteile sammelst, mit einem einfachen Filter prüfst, was davon eine Geschäftsidee sein könnte, und sie klein testest. Und ich zeige dir ehrlich, wie mein Weg in die Selbständigkeit war, was bei mir funktioniert und was nicht funktioniert hat.
Kurz zusammengefasst: Du willst dich selbstständig machen, weißt aber nicht womit? Hier erfährst du, wie du mit der Puzzleteile-Übung und einem einfachen Filter aus deinen Erfahrungen eine erste Geschäftsidee entwickelst und sie klein testest, mit ehrlichen Einblicken in meinen eigenen Weg und Tipps für dich.
Inhalt
Selbstständig machen ohne Idee: Warum du nicht die eine geniale Geschäftsidee für dein Business brauchst
Viele warten auf den einen Geistesblitz. Meine erste Selbstständigkeit 2020 begann dagegen mit dem Naheliegendsten. Ich hatte mir in meinem Job fünf Monate Sabbatical genommen, um mir in dieser Zeit nebenberuflich etwas aufzubauen. Also habe ich angeboten, was ich ohnehin konnte: organisieren, strukturieren, Abläufe von außen betrachten und früh erkennen, wo sich etwas verbessern lässt. Daraus wurde eine Dienstleistung für Unternehmen, die klarere Prozesse wollten, und ich hatte damit erste Kunden. Spektakulär war das nicht, aber es war ein echter erster Test. Über die Jahre hat sich dann für mich viel verändert, insbesondere in der Branche, in der ich tätig bin. Ich habe mich lange sehr mit meiner Rolle identifiziert, bis ich mich irgendwann gefragt habe: Wer ist Sophie eigentlich, wenn sie nicht Scrum Master ist? Der Job hat mir immer weniger Freude gemacht, neue Puzzleteile kamen dazu, und mit meiner Kündigung kam der Impuls, wirklich loszugehen. Was ich daraus mitnehme: Deine Geschäftsidee darf sich mit dir verändern. Mehr über diese Zeit erzähle ich im Interview Vom Funktionieren zur Selbstführung.
Die Puzzleteile-Übung: Sammle, was schon da ist
Für die Puzzleteile-Übung nimmst du dir ein Blatt Papier und sammelst zu diesen Bereichen alles, was dir einfällt:
- Berufserfahrung: Was hast du wirklich gemacht, jenseits der Jobbezeichnung?
- Aus- und Weiterbildungen: auch die, die du nur aus Interesse gemacht hast
- Fähigkeiten: Was fällt dir leicht, was anderen schwerfällt?
- Interessen und Lebenserfahrung: Welche Themen begleiten dich seit Jahren?
- Rat-Fragen: Wobei fragen Menschen dich um Hilfe?
- Freude: Wo blühst du auf, wo spürst du ein Bauchkribbeln oder Leichtigkeit?
- Ressourcen: Kontakte, Netzwerk, Community, Räume oder Inhalte, die es schon gibt
Unterschätze dabei nichts, nur weil du es ohne Business-Ziel gelernt hast. Meine Yoga-Lehrer-Ausbildung habe ich nicht gemacht, um Yogalehrerin zu werden, sondern um die Philosophie und die tieferen Zusammenhänge zu verstehen. Als ich 2025 meine ersten Begleitungen nach der Methode der Bunten Intelligenz® gemacht habe, konnte ich mein Wissen aus der agilen Teamarbeit, aus Yoga, Embodiment und Positiver Psychologie ganz selbstverständlich einfließen lassen. Nicht geplant, nicht konstruiert. Zum ersten Mal hat sich alles miteinander verbunden angefühlt, als würden die einzelnen Puzzleteile plötzlich zusammenpassen. Genau danach suchst du: nach deinem roten Faden. Wenn du beim Sammeln hängst, hilft dir vielleicht der kostenlose VIA-Fragebogen zu Charakterstärken, und warum es sich lohnt, bei deinen Stärken anzusetzen, liest du in Stärken stärken statt Schwächen schwächen.
Und falls du jetzt vor einem vollen Blatt sitzt und den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst: Genau das sortiere ich in meiner Begleitung gern gemeinsam mit dir. Schreib mir gern bei WhatsApp.
Der Puzzleteile-Filter: Welche Kombination könnten deine Geschäftsmodelle sein?
Zehn Puzzleteile auf dem Papier sind noch keine Geschäftsidee. Damit du daraus eine Geschäftsidee entwickeln kannst, hilft dir ein einfacher Filter mit vier Fragen:
- Nutzen: Kann ich damit jemandem konkret helfen oder ein Problem lösen?
- Bedarf: Gibt es Menschen, die genau dieses Problem haben und etwas dafür tun würden?
- Eigene Motivation: Will ich mich damit wirklich beschäftigen, auch wenn es Arbeit wird?
- Testbarkeit: Kann ich daraus ein kleines Angebot machen, das ich bald ausprobieren kann?
Nutzen und Bedarf klingen ähnlich, sind aber nicht dasselbe. Etwas kann hilfreich sein, und trotzdem sucht gerade niemand danach. Und die dritte Frage wird oft unterschätzt. Ich wollte zum Beispiel einen vierwöchigen Kurs in dem Yogastudio anbieten, in dem ich mich eingemietet habe. Es sollte darum gehen, wieder bei sich anzukommen und sich stark, geerdet und verbunden zu fühlen. Inhaltlich hätte das gepasst. Aber ich habe gemerkt, dass ich mich gerade nicht vier Wochen auf dieses Format festlegen möchte, da ich als Unternehmerin in anderen Projekten aktuell mehr Vorteile sehe und dort schneller Einkommen generieren kann. Also habe ich mich dagegen entschieden. Gerade die eigene Motivation trägt dich durch die zähen Phasen. Nicht jede Idee muss umgesetzt werden, nur weil du sie einmal beschlossen hast. Nimm dir deshalb nicht alle Kombinationen auf einmal vor, sondern die, bei der du die vier Fragen am ehesten mit Ja beantworten kannst. Das ist dein erster Kandidat, keine Entscheidung fürs Leben.
Geschäftsideen entstehen im Kontakt, nicht nur am Schreibtisch
Eine Geschäftsidee muss nicht allein im Kopf entstehen. Meinen Workshop „Innere Balance“ habe ich mir nicht am Schreibtisch ausgedacht. In meinen Workshops zu ätherischen Ölen haben mir Teilnehmerinnen erzählt, dass sie gar nicht mehr zur Ruhe kommen, dass ihr Job und ihr Alltag so stressig sind und sie nur noch angespannt sind. Aus diesen Gesprächen ist die Idee für einen eigenen Workshop gewachsen. Die Idee kam aus echtem Kontakt, nicht aus einer Ideenliste. Wenn du gerade keine Idee hast, lohnt es sich deshalb, genauer hinzuhören:
- Worüber klagen die Menschen um dich herum?
- Wonach fragen sie dich?
- Welche Probleme tauchen in Gesprächen, Kursen oder Kommentaren immer wieder auf?
Oft liegt genau dort die Schnittstelle zwischen deinen Puzzleteilen und einem echten Bedarf. Das füttert den Filter von oben mit Informationen, die du allein am Schreibtisch nie bekommen würdest. Für mich ist genau das ein großer Teil davon, eine Geschäftsidee zu finden: zuhören, statt nur zu grübeln.
Dein Start in die Selbständigkeit: Teste deine Geschäftsidee klein, aber mit echter Nachfrage
Wenn du einen Kandidaten hast, geht es ans Ausprobieren. Meine ersten Workshops zu ätherischen Ölen dauerten ungefähr anderthalb Stunden. Das war überschaubar und für mich eine Möglichkeit herauszufinden, ob sich überhaupt jemand anmeldet, ob Interesse da ist und wie sich das Format für mich anfühlt. Genau darum geht es, wenn du deine Geschäftsidee testen willst: nicht monatelang im stillen Kämmerlein perfektionieren, sondern ein kleines, echtes Angebot machen. Familie und Freundinnen sind wunderbar, um etwas auszuprobieren oder erstes Feedback zu bekommen. Ob deine Idee trägt, erfährst du dort aber eher nicht, denn die Menschen, die dich lieben, finden vieles gut. Lob ist noch kein Marktfeedback. Aussagekräftiger sind Gespräche mit Menschen, die das Problem wirklich haben, und vor allem eine echte Anmeldung oder Buchung. Ein „Das klingt toll“ kostet nichts, eine Anmeldung schon. Beobachte deshalb vor allem, ob aus Interesse auch echte Nachfrage wird: Melden sich Menschen verbindlich an? Sind sie bereit, für dein Angebot zu bezahlen? Und wie fühlt es sich für dich an, das Angebot tatsächlich durchzuführen?
Was aus meinen Puzzleteilen entstanden ist
Am Ende musste ich mich gar nicht entscheiden: Werde ich jetzt Yogalehrerin? Arbeite ich mit Positiver Psychologie? Mache ich etwas mit ätherischen Ölen oder mit Embodiment? Erst durch das Verbinden meiner Puzzleteile sind nach und nach meine eigenen Formate entstanden. Heute biete ich Workshops, Frauenabende, Retreats und 1:1-Begleitungen an, und je nach Format verbinde ich darin Körperarbeit und Embodiment, Positive Psychologie, Yoga und ätherische Öle. „Innere Balance“ zum Beispiel ist aus den Gesprächen in meinen Öle-Workshops gewachsen und bringt mehrere dieser Themen zusammen. In meine 1:1-Begleitungen nach der Methode der Bunten Intelligenz® fließt auch das ein, was ich in zehn Jahren agiler Teamarbeit gelernt habe, also strukturieren, Abläufe von außen betrachten und erkennen, wo sich etwas verbessern lässt. Keines dieser Formate war von Anfang an fertig geplant. Jedes ist aus dem vorherigen gewachsen, aus dem, was ich ausprobiert habe, und aus dem, was Teilnehmerinnen mir zurückgemeldet haben. Und genau so darfst du auch deine eigenen Puzzleteile sehen: nicht als Entweder-oder, sondern als Material, aus dem etwas Eigenes entstehen kann, das es so nur bei dir gibt. Hier ein paar Impressionen für dich:




Was mir Teilnehmerinnen nach Workshops und Begleitungen zurückgemeldet haben:

Solche Rückmeldungen zeigen mir nicht nur, was meine Arbeit bei anderen bewirkt. Sie helfen mir auch zu verstehen, welche Themen und Kombinationen tatsächlich gebraucht werden. Sie sind für mich genauso wichtig wie Anmeldezahlen, denn sie zeigen mir, welche meiner Puzzleteile für andere wirklich wertvoll sind. Das heißt aber nicht, dass jeder Termin voll ist, dazu gleich mehr.
Die ehrliche Seite: Wissen allein ist noch kein Geschäftsmodell
Ich möchte dir hier keinen Traum verkaufen, in dem alles schön und kunterbunt ist. Ich habe erlebt, dass meine Workshops und 1:1-Begleitungen nicht gebucht wurden. Meinen Workshop „Innere Balance“ wollte ich zum dritten Mal anbieten, und es gab keine einzige Anmeldung. Natürlich denke ich dann: Mist, ich muss Geld verdienen, damit ich meinen Lebensunterhalt und alles, was das Business kostet, finanzieren kann. Zu einem tragfähigen Geschäftsmodell gehören eben nicht nur Wissen und ein schönes Angebot, sondern auch Bedarf, Sichtbarkeit, Positionierung, Kommunikation, Verkaufen und Menschen, die bereit sind zu bezahlen. Ein nicht gebuchtes Angebot ist für mich heute vor allem eine Information und kein Beweis, dass ich ungeeignet bin. Genau das liebe ich an der Selbstständigkeit: Im Angestelltenverhältnis hatte ich meine Rolle und meine Aufgaben, heute entscheide ich selbst, mit wem ich arbeite und welche Projekte ich verfolge. Diese Freiheit bedeutet aber auch die volle Verantwortung.
Weiterbildung als Versteck oder als Investition?
Lange habe ich mich selbst aufgehalten. Ich habe mir Sätze erzählt wie „Du bist noch nicht so weit“, „Du brauchst erst noch Ausbildung XY“, „Wer soll dich überhaupt buchen?“ oder „Du hast doch gar nicht genug Wissen“. Rückblickend war das ein Prozess, und vielleicht war ich vorher wirklich noch nicht so weit. Irgendwann kam aber der Moment, in dem ich gesagt habe: Ich mache das jetzt. Ich probiere es aus. Sonst mache ich es nie. Du musst nicht warten, bis du dich zu hundert Prozent bereit fühlst. Gleichzeitig habe ich selbst enorm von Weiterbildungen profitiert, und was ich gelernt habe, kann mir niemand mehr wegnehmen. Der Unterschied liegt in der Frage, warum du lernst. Weiterbildung als Versteck klingt so: „Ich bin noch nicht gut genug, erst nach dieser Ausbildung darf ich anfangen.“ Weiterbildung als Investition klingt so: „Ich will etwas Bestimmtes erreichen, mir fehlt dafür Wissen, also hole ich mir gezielt Unterstützung.“ Wie du hinderliche Überzeugungen erkennst, zeige ich dir im Artikel Glaubenssätze auflösen.
Mein Blog ist ein gutes Beispiel für den zweiten Fall. Im Oktober 2024 habe ich gezielt in eine Weiterbildung investiert, weil ich lernen wollte, wie man einen Blog strategisch aufbaut, wie SEO funktioniert und wie sich über Gastartikel und Backlinks Einnahmen erzielen lassen. Schon im November 2024 habe ich das erste Geld damit verdient. Das führt mich zu einem der wichtigsten Gedanken dieses Artikels: Du musst deinen Weg nicht komplett allein herausfinden. Ich habe immer wieder davon profitiert, mir Menschen zu suchen, die in einem Bereich der Branche schon deutlich weiter waren als ich, um meine Unternehmensgründung voranzutreiben. Dadurch musste ich nicht jeden Fehler selbst machen, und es hat mir enorm viel Zeit gespart. Frag dich deshalb nicht nur, was du noch lernen musst, sondern auch: „Wer ist dort, wo ich hinmöchte, schon ein paar Schritte weiter?“ Bilde dich nicht weiter, um den Start aufzuschieben, sondern investiere dann, wenn es dich beim Losgehen weiterbringt. Welche Kurse und Begleitungen mir geholfen haben, habe ich während meiner Unternehmensgründung sorgfältig ausgewählt und hier gesammelt.
Meine Tipps aus der Praxis: Du musst nicht bei null anfangen
Vielleicht denkst du an dieser Stelle: Schön und gut, aber ich habe trotzdem keine eigene Dienstleistung und kein Produkt. Auch dann musst du nicht zwangsläufig etwas völlig Neues erfinden. Manchmal kannst du etwas nutzen, das schon da ist. Die folgenden Wege nutze oder teste ich selbst. Sie sind keine Empfehlung, genau dasselbe zu machen wie ich, sondern sollen dir zeigen, wie unterschiedlich Puzzleteile aussehen können, und was dir jeder Weg abnimmt und was nicht.
1. Mit bestehenden Produkten Einkommen aufbauen
Du kannst Produkte weiterempfehlen, die du selbst nutzt und hinter denen du stehst. Bei mir sind das die ätherischen Öle von Young Living, die ich seit mittlerweile Jahren privat und inzwischen auch in Workshops und Begleitungen nutze. Wenn eine Teilnehmerin danach selbst mit den Ölen arbeiten möchte, entsteht daraus ein Zusatzeinkommen, ohne dass ich Öle entwickeln oder versenden muss.
Du möchtest mehr über diese Möglichkeit erfahren, dann lies gerne hier weiter: Meine Young Living Erfahrungen: So verbinde ich ätherische Öle und Business
2. Ein bestehendes Partner- oder Affiliate-Modell nutzen
Bei einem Partnermodell empfiehlst du etwas, das du selbst getestet hast, ohne es entwickeln zu müssen. So mache ich es mit CopyX und der Tradehelden Akademie: Ich habe beide Strategien zuerst selbst als Anlegerin ausprobiert und mich erst danach für das Partnerprogramm entschieden. Meine Aufgabe ist, Erfahrungen zu teilen und Menschen beim Einstieg zu begleiten.

Wie meine eigenen Ergebnisse als Anlegerin bisher aussehen, mit Gewinn- und Verlusttrades, Kosten und Risiken, habe ich in einem eigenen Erfahrungsbericht offen dokumentiert. Es ist ein persönlicher Zwischenstand und keine Prognose.
In den weiterführenden Artikeln erfährst du ausführlich, was meine bisherigen Erfahrungen sind: Mit Affiliate Marketing Geld verdienen: meine Erfahrungen mit SONIC/CopyX als Business und Smarte Portfolios & Tradehelden Akademie: Meine Erfahrungen.
3. Ein fertiges digitales Produkt vermarkten: MRR
Auch ein digitales Produkt musst du nicht unbedingt selbst entwickeln. Über meine damalige Begleiterin Emily bin ich auf das MRR Basic Bundle gestoßen, ein Paket aus Videokursen mit Master Resell Rights. Ich habe es zuerst für mich gekauft und die Inhalte selbst genutzt. Im Rahmen der Lizenz darf ich es auch weiterverkaufen.
Hier weiterlesen: Das MRR Basic Bundle und meinen kostenlosen Guide zu digitalen Produkten entdecken
4. Etwas monetarisieren, das du schon aufgebaut hast
Vielleicht hast du längst ein Asset geschaffen, ohne es so zu nennen: eine Community, Reichweite, ein Netzwerk oder hilfreiche Inhalte. Bei mir ist es mein Blog, der mir heute Einnahmen über Gastartikel, Backlinks und Affiliate-Marketing bringt, dazu Sichtbarkeit und Kooperationen. Passives Geld aus dem Nichts ist das nicht, darin stecken viele Stunden Arbeit. Aber es zeigt: Etwas, das du längst aufgebaut hast, kann später eine Aufgabe bekommen, an die du beim Aufbau gar nicht gedacht hast.
5. Gemeinsam mit Kooperationspartnern starten
Du musst auch Sichtbarkeit nicht allein von null aufbauen. Mir hat es sehr geholfen, mir Kooperationspartnerinnen zu suchen, mit denen ich etwas gemeinsam auf die Beine stelle, bei dem wir uns gegenseitig unterstützen. Meinen ersten Workshop zu ätherischen Ölen habe ich mit einer Geschäftspartnerin zusammen angeboten: Sie hat den Teil mit der Gesichtscreme übernommen, ich die Roll-Ons. Für meine Workshops habe ich Räume gesucht und ein Yogastudio gefunden, das schon eigene Kundschaft hatte. Und mit dem Schulbauernhof im Othal habe ich eine Kooperation, die ihre Reichweite und ihr Publikum mitbringt und meine Angebote mitbewirbt. Der Vorteil: Jede Partnerin bringt ihre eigenen Kundinnen und ihre Reichweite mit. Mir hat das geholfen, sichtbarer zu werden und Menschen für meine Angebote zu finden. Frag dich deshalb auch: Wer erreicht schon die Menschen, für die dein Angebot gedacht ist, und was könntet ihr gemeinsam anbieten?
6. Und außerhalb der Selbstständigkeit: Geld investieren
Zu finanzieller Freiheit gehört für mich noch ein Baustein, der keine Geschäftsidee ist: vorhandenes Geld bewusst anzulegen. Ich investiere selbst auf verschiedene Arten und teile meine Erfahrungen auf dem Blog. Renditen sind dabei nie garantiert, und Verluste sind möglich.
Hier weiterlesen: Alle meine Beiträge rund ums Geld investieren
Was davon könnte zu dir passen?
Die Antwort auf „Womit kann ich mich selbstständig machen?“ kann also ganz unterschiedlich aussehen:
- eine Dienstleistung aus deinem Wissen,
- bestehende Produkte, ein Partnermodell,
- ein fertiges digitales Produkt oder etwas, das du längst aufgebaut hast.
Du musst nicht alles gleichzeitig machen, und du musst vor allem nicht alles neu erfinden. Schau noch einmal auf dein Blatt mit den Puzzleteilen: Was ist bei dir schon da, und welchen Baustein möchtest du dir als Nächstes genauer anschauen?
Selbstständig machen ohne Eigenkapital: Geht das?
Ja, oft schon, aber mit einem wichtigen Zusatz: Wenig Startkapital bedeutet nicht wenig Investment. Wenn du Wissen oder Dienstleistungen anbietest, hast du bei der Existenzgründung einen echten Vorteil. Du brauchst kein Warenlager, keine Produktion und keine teure Produktentwicklung. Ganz ohne Kosten geht es trotzdem nicht. Eine Website, Marketing, Räume, Technik und Versicherungen kommen fast immer dazu, und oft auch Geld für Weiterbildung und Unterstützung. Ich habe über die Jahre selbst einiges an Zeit und Geld in Aus- und Weiterbildungen gesteckt. Was du nicht in Euro bezahlst, bezahlst du meistens an anderer Stelle, nämlich mit Zeit, Lernen, Sichtbarkeit, Beziehungen und dem Mut, Dinge auszuprobieren. Plane das bewusst ein, damit du nicht enttäuscht bist, wenn es länger dauert als gedacht. Und wenn du Geld ausgibst, dann am besten gezielt dort, wo es dich beim nächsten echten Schritt weiterbringt, und nicht in die dritte Ausbildung, die deinen Start nur weiter nach hinten schiebt. Für Fragen zu Steuern, Versicherungen oder Förderungen lohnt sich ein Gespräch mit einer Steuerberatung oder Gründungsberatung vor Ort.
Fazit zu Selbstständig machen ohne Idee: Du brauchst nur den nächsten Schritt
Wenn du dich selbstständig machen möchtest und keine Idee hast, fehlt dir vielleicht gar nicht die Idee, sondern der Blick auf das, was schon da ist. Für mich ist Klarheit wie eine Taschenlampe im Dunkeln. Du siehst nicht den ganzen Weg, sondern erst einmal nur die nächsten Schritte, und mit jedem Schritt wird etwas mehr sichtbar. Du brauchst keinen fertigen Zehnjahresplan, sondern genug Klarheit für den nächsten echten Schritt. Auch mein Weg ist nicht fertig. Manches funktioniert, manches entwickelt sich noch, manches lasse ich wieder los. Dein erster Schritt kann deshalb ganz klein sein: Nimm dir ein Blatt Papier, sammle deine Puzzleteile und schick sie durch den Filter. Noch ein Tipp: Du hast viele Puzzleteile, siehst aber den roten Faden noch nicht? Ein erfolgreicher Businessplan könnte dir helfen, die Zusammenhänge besser zu verstehen und die Wirtschaftlichkeit zu prüfen.
Wenn du dir wünschst, dass jemand von außen mit dir draufschaut und gemeinsam mit dir sortiert, was in dir steckt und welcher nächste Schritt zu dir passen könnte, dann schreib mir gern bei WhatsApp.
Häufig gestellte Fragen zu Selbstständig machen ohne Idee
Womit kann ich mich selbstständig machen, wenn ich keine Idee habe?
Fang bei dem an, was bereits da ist: deiner Berufserfahrung, deinen Fähigkeiten, Interessen, Weiterbildungen und den Themen, bei denen andere dich um Rat fragen. Suche anschließend nach Kombinationen, die einen konkreten Nutzen haben und für die es tatsächlich Bedarf gibt. Du musst daraus nicht sofort dein endgültiges Business machen. Entwickle lieber ein kleines erstes Angebot und teste, wie Menschen darauf reagieren.
Sollte ich mich erst nebenberuflich selbstständig machen?
Das hängt stark von deiner Situation ab, eine pauschale Antwort gibt es nicht. Eine nebenberufliche Selbstständigkeit kann dir Raum geben, Ideen auszuprobieren, ohne sofort deinen ganzen Lebensunterhalt davon bestreiten zu müssen. Viele gehen diesen Weg: Laut einer Vorabauswertung des KfW-Gründungsmonitors lag der Anteil der Gründungen im Nebenerwerb 2025 bei rund 70 Prozent. Ich habe 2020 selbst so angefangen und parallel zum Job gelernt, was mir liegt und was nicht. Das hat aber auch Grenzen. Zeit und Energie neben einem Vollzeitjob sind begrenzt, und bei mir hat es lange gedauert, bis ich mich mit meinen neuen Themen wirklich nach außen getraut habe. Der Schritt in die volle Selbstständigkeit kam bei mir erst nach meiner Kündigung. Kläre vorher, ob dein Arbeitgeber zustimmen muss, und lass dich zu Steuern und Versicherungen beraten. Frag dich außerdem ehrlich, wie viel Zeit und finanziellen Puffer du hast und wie viel Unsicherheit du gerade tragen kannst und willst.
Muss ich mich auf ein einziges Thema festlegen, um meine Positionierung zu finden?
Häufig hörst du den Rat, dich auf eine Nische zu konzentrieren, weil du dann fokussierter bist und leichter gefunden wirst. Das kann für viele gut funktionieren. Ich möchte mich trotzdem nicht künstlich auf ein einziges Thema reduzieren. Bei mir gehören körperzentrierte Persönlichkeitsentwicklung, ätherische Öle, Bloggen, Finanzen und unterschiedliche Einkommenswege zusammen, und mir helfen verschiedene Standbeine, die mal stärker und mal schwächer laufen. Gleichzeitig merke ich selbst, wie wichtig ein erkennbarer roter Faden ist, gerade wenn mehrere Interessen und Einkommenswege zusammenkommen. Ohne ihn wirkt Vielfalt nach außen schnell beliebig, und die Menschen, die dich finden, wissen nicht, wofür sie zu dir kommen können. Wenn du deine Positionierung finden willst, hilft dir wieder das Bild der Puzzleteile. Es geht nicht darum, alle bis auf eines wegzuwerfen, sondern zu erkennen, was sie verbindet und für wen diese Verbindung hilfreich ist. Oft wird der rote Faden erst durchs Ausprobieren sichtbar, und er darf sich mit dir weiterentwickeln.







